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Adventskonzert: „Die Nacht ist schon vorgedrungen“

4. Februar 2012

Musikalische Ruhe vor dem Weihnachtstrubel

Chorgemeinschaft bevorzugt bei Adventskonzert ruhige Stücke
Brillante Sänger und Streicher am Werk

Amberg. In der manchmal gar nicht so ruhigen Vorweihnachtszeit einen besinnlichen Kontrapunkt setzen, das war das Anliegen der Amberger Chorgemeinschaft beim Adventskonzert in der Kirche St. Konrad. Unter dem Motto „Die Nacht ist schon vorgedrungen“ hatten die Sänger unter der Regie von Dieter Müller mit dem Streicherensemble der Volkshochschule – die Leitung hatte Thomas Kaes – einen Liederbogen zusammengestellt, der vom frühen Barock bis hinein in die heutige Zeit reichte. Unterstützt wurden sie dabei von Schülern der Berufsfachschule für Musik aus Sulzbach-Rosenberg.

Bewusst verzichteten sie dabei auf die jubelnden Weihnachtslieder, die erst am 24. Dezember ihre eigentliche Berechtigung haben. Stattdessen bevorzugten die Akteure die stilleren Werke. Umrahmt wurde der Abend von der Vertonung des Gedichtes „Die Nacht ist vorgedrungen“ von Jochen Klepper aus dem Jahr 1939, die Dieter Müller selbst komponiert hatte. Er leitete mit diesem verhaltenen Werk über zu den ersten Barockstücken des Abends: „Dixit Maria“ von Hans Leo Hassler sowie „O Magnum Mysterium“ von Tomaso Ludovico da Vittoria. Zwei sehr variationsreiche Lieder, die den Sängern genaue Intonation abverlangen, was von den Mitgliedern der Chorgemeinschaft aber hervorragend umgesetzt wurde. Nicht nur die Sänger brillierten, auch die Streicher begeisterten bereits beim ersten Einsatz, dem „Concerto grosso op. 6 Nr.1“ von Georg Friedrich Händel, ein spätbarockes, opulentes und dynamisches Werk.

Die gute Akustik der Kirche kam den warmen Alt- und Bassstimmen sowie dem strahlenden Tenor und Sopran des Chores entgegen. Diese kamen zum Beispiel bei „Machet die Tore weit“ in einer ungewohnten Fassung von Johann Heinrich Lützel aus dem 19. Jahrhundert, einer lebhaften Version mit sehr vollem Klang, besonders gut zum Tragen. Ebenso wie bei „Übers Gebirg Maria ging“ von Johannes Eccard, erneut ein zartes Stück des Frühbarock, das vor allem den Frauenstimmen die Führung überlässt. Den Gegenpart bildete Mozarts „Divertimento in F“ (KV 138), ein lebhaft verspieltes typisches Werk des Komponisten.

Im Folgenden wurde mit Josef Gabriel Rheinbergers „Ex Sion“ und „Benedixisti“ der Bogen hin zur Romantik gespannt. Nach zwei weiteren Einsätzen der Streicher bildeten Werke von Johannes Brahms den warmen und innigen Schlusspunkt des Konzertes, bevor der zweite Teil von „Die Nacht ist vorgedrungen“ den Kreis vom Anfang schloss. Zurecht bekamen die Musiker und Sänger in der gutbesuchten Ammersrichter Kirche viel Applaus.

Amberger Zeitung, 16. Dez. 2010

From → Konzertbericht

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