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Beeindruckendes Konzert: Haydns „Schöpfung“

2. Juni 2019

Unter der Schlagzeile „Geniale, gewaltige Genesis“ bespricht Marielouise Scharf für die Amberger Zeitung das Konzert am 19. Mai 2019.

Ihre Konzertkritik beschreibt die Aufführung des Haydn-Oratoriums als „Meisterleistung“ der Chöre und des Orchesters. Der detaillierten Besprechung stellt sie ein summarisches Urteil voran:

„Haydns „Schöpfung“, ein kompositorischer Geniestreich und für Dirigent Dieter Müller eine musikalische Glanzleistung. Spontaner Szenenapplaus und nicht enden wollender Schlussbeifall für eine fantastische Leistung der Amberger Chorgemeinschaft, des Chors der Berufsschule für Musik des Bezirks Oberpfalz, des Symphonieorchesters „Bohemia“ Prag und der Solisten.“

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Im weiteren heißt es:

Gras und Kräuter, Licht, Stürme, Blitz und Donner, Schnee oder schäumende Wasser, Adler, Löwe und Gewürm – Haydn malt mit Noten. Dabei erschafft er zuerst mit Musik, was dann die Erzengel auch in Worte fassen: Das Ende, und damit auch gleich die Krone der Schöpfung, ist der Mensch.

Nach dem Sittenbild der Zeit ist das höchste Ziel des Mannes, die Frau zu leiten, das größte Glück der Frau, ihm zu folgen – na ja, diese Vorstellung entspricht nicht ganz modernen Ideen. Sie ist im Denken der Gegenwart Haydns verwurzelt. „Holde Gattin, teurer Gatte“ singen Adam und Eva. Daniel Ochoa übernimmt die Rolle des ersten Mannes der Schöpfungsgeschichte. Kurzfristig ist er für den erkrankten Daniel Blumenschein eingesprungen. Schon von Beginn an verlieh er als Erzengel Raphael den Schilderungen der Genesis Charakter. Mit weichem Bass, großer Ausstrahlung und sehr präsent traf er auch den tiefsten Ton bei „der Tiere Last“. Als Adam lief er nochmals zu großer Form auf.

_DSCF5808_solistenCharmant und mit erfrischender Mimik verband er sich mit dem strahlenden Sopran von Barbara Beier als Eva. Zuvor hatte sie als Gabriel mit jubelnden Koloraturen überzeugt und dem vor Liebe girrenden Taubenpaar glitzernde Glanzlichter aufgesetzt. Das prachtvolle und leidenschaftlich inspirierte Duett brachte – entgegen aller Oratorien-Benimmregeln, aber durchaus nachvollziehbar – das Publikum zum leisen Schmunzeln und zu lauter Beifallsbekundung. Als Dritter im Bunde der Solisten fügte sich Tenor André Khamasmie als Uriel perfekt ins Umfeld. Er ließ die Sonne so strahlend aufgehen und stimmte am vierten Schöpfungstag das Lob Gottes mit geradezu „himmlischem Gesang“ an. Zum Schlussquartett gesellte sich noch Altistin Simona Hellwig.

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Fotos: Amberger Chorgemeinschaft (P. Ringeisen)

From → Konzertbericht

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