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Konzertbericht in der Mittelbayerischen Zeitung

Von der Reinheit und Schönheit der Klänge

Amberger Chorgemeinschaft feierte 30-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert – Werke von Händel, Mendelssohn-Bartholdy und Dieter Müller wurden aufgeführt.

Amberg. Zur Feier ihres 30-jährigen Jubiläums eingeladen hatte die Amberger Chorgemeinschaft ins Amberger Congress Centrum, und das Sinfonieorchester der BFS-Musik und der VHS Amberg-Sulzbach (Konzertmeister: Thomas Kaes) brachte dem Geburtstagskind mit der „Feuerwerksmusik“ von Georg Friedrich Händel ein prachtvolles Ständchen.

Aufmerksame Begleiter

Der festliche erste Satz überzeugte durch präzises Schlagwerk und souveräne Bläserfanfaren, im zweiten Satz durften vor allem die Holzbläser mit ihren geschmeidig-warmen Tönen beeindrucken. Die Streicher waren stets präsente und aufmerksame Begleiter. Dirigent Dieter Müller, der auch Leiter der Chorgemeinschaft ist, band das Orchester durch sein exaktes und ausdrucksstarkes Dirigat an sich.

Anschließend trat der Chor auf die Bühne, der sich genau genommen aus drei Chören zusammensetzte: Zusätzlich zur Amberger Chorgemeinschaft sangen der Kammerchor Weiden (Einstudierung: Peter Pollinger) und der Chor der Berufsfachschule für Musik des Bezirks Oberpfalz in Sulzbach-Rosenberg (Einstudierung: Dieter Müller, Julia Daubner, Maximilian Bieberbach). Die etwa 140 Sängerinnen und Sänger bildeten unter Dieter Müllers Leitung eine sehr homogene, klangstarke Einheit, die zusammen mit dem großen Orchester beide anspruchsvollen Chorwerke mit großem Engagement für das Publikum im ACC zum Hörgenuss werden ließ.

Die Vertonung des 42. Psalms von Felix Mendelssohn-Bartholdy ist zwar vom Text her eine stellenweise verzweifelte Suche nach Gott („Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir“), doch strömt die ungeheuer eingängige und wie selbstverständlich wirkende Musik Mendelssohns eine Art unerschütterliches Gottvertrauen aus.

Herausforderung für den Chor

Die Herausforderung für den Chor besteht darin, neben der Reinheit und Schönheit der Klänge auch den Text zur Geltung zu bringen, was dem Jubiläums-Chor ausgezeichnet gelang. Hervorragend gestaltete auch die Sopran-Solistin, Barbara Baier, ihren Part. Die Sopranistin, die neben Auftritten im In- und Ausland zur Zeit als „Königin der Nacht“ am Stadttheater Augsburg engagiert ist, zeigte eine begeisternde Flexibilität, mit der sie sowohl die lyrischen, klagenden als auch die freudig-triumphierenden Passagen sang. Einen besonderen Reiz boten die Sätze 3 und 6, in denen die Sopran-Solostimme von reinem Frauen- bzw. Männerchor begleitet wird, jeweils rund und mit typisch romantischer Dynamik-Gestaltung vorgetragen.

Das dritte Werk des Jubiläumskonzerts war das „Gloria“ aus der Feder des Chorleiters Dieter Müller.

Nach seiner Uraufführung vor zwei Jahren wurde das „Gloria“ erstmals in Amberg aufgeführt – und es kam bei den Zuhörern sehr gut an. Ein reizvolles und klanggewaltiges Werk, das ein musikalisches Panorama ausbreitet und über das geistliche Thema zur Einheit führt: Südamerikanisch-synkopierte Rhythmen mit großer Schlagwerk-Abteilung werden verschmolzen mit Anspielungen auf mittelalterliche Choräle, ein stimmungsvolles Marienlied klingt ebenso an wie moderne Disharmonien, die in origineller Weise den Text deuten und verstärken. Dies alles wurde durch das prächtig disponierte Orchester und den stets präsenten Chor vorgetragen, die sich auch durch rhythmische Vertracktheiten nicht aus der Bahn werfen ließen und mit sichtbarem Engagement die Ideen des Komponisten in faszinierenden Klang umsetzten; auch diesem Werk verlieh Barbara Baiers klarer, klangvoller Sopran wunderbare Akzente.

Dieter Müller durfte auf seine Komposition wie auf seine Amberger Chorgemeinschaft und die mitwirkenden Ensembles stolz sein – und das Konzertpublikum dankte für das Jubiläumskonzert mit kräftigem Applaus.

Amberg-/Vilstal-Ausgabe der Mittelbayerischen Zeitung, 12. Mai 2010

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