Zum Inhalt springen

Ankündigung des Jubiläumskonzerts

Feuerwerksmusik als Ständchen

Festkonzert anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Amberger Chorgemeinschaft

Amberg. Ihr 30-jähriges Bestehen begeht in diesem Jahr die Amberger Chorgemeinschaft, die 1980 von Berthold Höps begründet wurde. Das Jubiläum wird im Amberger Congress Centrum am Sonntag, 9. Mai, 17 Uhr mit einem großen Festkonzert gefeiert, das der neue Chorleiter (seit 2007), Dieter Müller, einstudiert hat und leitet. Werke aus Barock, Romantik und Moderne werden aufgeführt.

Wie es einer Jubilarin gebührt, darf die Chorgemeinschaft sich erst einmal feiern lassen: Als Geburtstagsständchen spielt das Sinfonieorchester der Berufsfachschule für Musik Sulzbach-Rosenberg und der Volkshochschule Amberg-Sulzbach die „Feuerwerksmusik“ (HWV 351) von Georg Friedrich Händel. Die Komposition, die zu Händels berühmtesten zählt, wurde aus Anlass des 1748 geschlossenen Aachener Friedens im Auftrag des englischen Königs Georg II. erstellt. Ihre Uraufführung 1749 im Londoner Green Park zur Begleitung eines großen Feuerwerks scheiterte wegen dichten Nieselregens und technischer Defekte – Widrigkeiten, die im Saal des ACC nicht zu befürchten sind.

Mit einem großartigen Werk der Romantik tritt dann der Chor zum Orchester: Felix Mendelssohn-Bartholdys Vertonung des „42. Psalms“, „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu Dir“. Mendelssohn komponierte das Werk während seiner Hochzeitsreise mit seiner jungen Frau Cécile; ein Freund, der Komponist Ferdinand Hiller, ist darin das „unbedingte Vertrauen in Gott“, die „Unterwerfung unter seinen Willen“ zu spüren, die in „bewundernswertem Einklang mit dem Glücksgefühl“ stehen, das Mendelssohn damals zur Zeit der Komposition beseelte. Die Melodiebögen der Chorstimmen, die warm-tönende Orchestrierung und die strahlende Sopransolo-Stimme, im ACC von Barbara Baier gesungen, lassen die Zuhörer dieses Glücksgefühl nachempfinden.

Das moderne Chorwerk, das den zweiten Schwerpunkt des Konzerts bildet, ist ein besonderer Fall, denn dieses „Gloria: Große Doxologie für Sopran, Chor und Orchester“ stammt aus der Feder des Chorleiters, Dieter Müller. Seine Uraufführung erlebte das „Gloria“ vor fast genau zwei Jahren in Sulzbach-Rosenberg, als die Kritikerin der Amberger Zeitung feststellte, die Musik habe die Zuhörer „in Euphorie“ versetzt: „Ein Gloria, das mit jubelndem Beifall gefeiert wurde“. Zum ersten Mal wird Müllers „ganz persönlicher musikalischer Lobpreis“ nun in Amberg aufgeführt. Im Programmheft für das Konzert schreibt der Komponist: „Die Welt des Klanges ist mir gewissermaßen ein Medium des Übergangs in eine ,andere Welt‘ – eine Begegnung mit der Welt Gottes. Das Tonmaterial, die Tonarten, die Intervalle, die Dynamik spielen dabei eine wichtige Rolle, um das Göttliche hier auf Erden hörbar und erlebbar zu machen.“

Dieter Müller ist hauptberuflich an der Berufsfachschule für Musik des Bezirks Oberpfalz in Sulzbach-Rosenberg tätig; er unterrichtet dort u. a. Chorleitung und Ensembleleitung. Davor war er lange Jahre als Dirigent und Flötist Dozent an der Universität Eichstätt und bis heute leitet er regelmäßig Dirigentenfortbildungen.

Sowohl bei Müllers „Gloria“ als auch in Mendelssohns Psalmenvertonung singt Barbara Baier den Part des Solosoprans. Baier studierte an der Staatlichen Musikhochschule in München Gesang bei Reri Grist und Markus Goritzki. Außerdem besuchte sie die Liedklasse von Helmut Deutsch und Siegfried Mauser. Seitdem war sie an zahlreichen Theater- und Opernhäusern engagiert, u. a. im Staatstheater am Gärtnerplatz in München, am Ulmer Theater und am Theater Augsburg. Dem Amberger Konzertpublikum ist sie sicher als brillianter Sopran aus der Aufführung der „Carmina burana“ im vergangenen Juli im Malteser-Innenhof in Erinnerung.

Zur Balance des umfangreichen und klangvollen Orchesters wird die Amberger Chorgemeinschaft verstärkt durch zwei weitere Vokalensembles, nämlich durch den Weidener Kammerchor (Einstudierung: Peter Pollinger) und den Chor der Berufsfachschule für Musik des Bezirks Oberpfalz (Einstudierung: Dieter Müller, Julia Daubner, Maximilian Bieberbach).

Eintrittskarten sind im Vorverkauf bis Freitag bei der Tourist-Information, Hallplatz 2, in Amberg erhältlich, danach an der Abendkasse. Karten der Kategorie I kosten 24 Euro (ermäßigt 18 Euro), Kategorie II 18 Euro (ermäßigt 15 Euro). Das Konzert wird vom Kulturamt der Stadt Amberg unterstützt.

Amberger Zeitung, 05. Mai 2010

Kommentar verfassen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

<span>%d</span> Bloggern gefällt das: