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Ankündigung: „Wer nur den lieben Gott lässt walten“

Chor- und Orchesterkonzert der Amberger Chorgemeinschaft und des Sinfonieorchesters19_wer-nur-den-lieben-Gott der Berufsfachschule für Musik des Bezirks Opf. Sulzbach-Rosenberg am 24. November 2019 um 17 Uhr im Kongregationssaal Amberg.

Zum Ende des Kirchenjahres lädt die Amberger Chorgemeinschaft alle Liebhaber klassischer Musik ein, in musikalischer Andacht und Kontemplation über das eigene Ich im Leben dieser Zeit zu reflektieren. Die dargebotenen Chorwerke stammen ausschließlich von Felix Mendelssohn-Bartholdy, der sich darin genau mit diesen andachtsvollen Themen befasst. In den beiden Choralkantaten „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ und „Ach Gott vom Himmel sieh darein“ setzt sich der Komponist nicht nur mit der Tonsprache Bachs auseinander, es gelingt ihm auch eine bildhafte Übertragung der Worte in einen entsprechend expressiven Notentext.

Mit zu den schönsten „kleineren“ chorsinfonischen Werken aus Mendelssohns Feder gehört die in England verfasste Hymne „Hör mein Bitten“. Im Verlauf dieser Komposition verschmelzen Solosopran (Solistin: Marina Szudra), gemischter Chor und Sinfonieorchester zu einem innigen, schwebenden (…oh könnt  ich fliegen wie Tauben dahin…“) Miteinander.

Zwei Instrumentalwerke bereichern das geistlich orientierte Konzert in besonderer Weise. Zum einen erklingt die wunderschöne lyrische Romanze für Viola und Orchester von Max Bruch (Solist: Philipp Hartlieb), zum anderen die sog. „Trauersinfonie“ von Joseph Haydn. Die Sinfonia Nr. 44 in e-Moll ist ein sehr ausdruckstarkes Werk, in dem sich der Komponist experimentierfreudig mit kontrapunktischen Elementen, differenzierter Dynamik und einer für die damalige Zeit ungewöhnlichen Tonart auseinandersetzt.

Die Amberger Chorgemeinschaft und das Sinfonieorchester unter der Leitung von Dieter Müller laden sehr herzlich zu diesem Konzert ein.

Eintrittskarten zu 15.- Euro und ermäßigt zu 10.- Euro sind an der Abendkasse erhältlich. Einlass ab 16.30 Uhr

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Beeindruckendes Konzert: Haydns „Schöpfung“

Unter der Schlagzeile „Geniale, gewaltige Genesis“ bespricht Marielouise Scharf für die Amberger Zeitung das Konzert am 19. Mai 2019.

Ihre Konzertkritik beschreibt die Aufführung des Haydn-Oratoriums als „Meisterleistung“ der Chöre und des Orchesters. Der detaillierten Besprechung stellt sie ein summarisches Urteil voran:

„Haydns „Schöpfung“, ein kompositorischer Geniestreich und für Dirigent Dieter Müller eine musikalische Glanzleistung. Spontaner Szenenapplaus und nicht enden wollender Schlussbeifall für eine fantastische Leistung der Amberger Chorgemeinschaft, des Chors der Berufsschule für Musik des Bezirks Oberpfalz, des Symphonieorchesters „Bohemia“ Prag und der Solisten.“

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Im weiteren heißt es:

Gras und Kräuter, Licht, Stürme, Blitz und Donner, Schnee oder schäumende Wasser, Adler, Löwe und Gewürm – Haydn malt mit Noten. Dabei erschafft er zuerst mit Musik, was dann die Erzengel auch in Worte fassen: Das Ende, und damit auch gleich die Krone der Schöpfung, ist der Mensch.

Nach dem Sittenbild der Zeit ist das höchste Ziel des Mannes, die Frau zu leiten, das größte Glück der Frau, ihm zu folgen – na ja, diese Vorstellung entspricht nicht ganz modernen Ideen. Sie ist im Denken der Gegenwart Haydns verwurzelt. „Holde Gattin, teurer Gatte“ singen Adam und Eva. Daniel Ochoa übernimmt die Rolle des ersten Mannes der Schöpfungsgeschichte. Kurzfristig ist er für den erkrankten Daniel Blumenschein eingesprungen. Schon von Beginn an verlieh er als Erzengel Raphael den Schilderungen der Genesis Charakter. Mit weichem Bass, großer Ausstrahlung und sehr präsent traf er auch den tiefsten Ton bei „der Tiere Last“. Als Adam lief er nochmals zu großer Form auf.

_DSCF5808_solistenCharmant und mit erfrischender Mimik verband er sich mit dem strahlenden Sopran von Barbara Beier als Eva. Zuvor hatte sie als Gabriel mit jubelnden Koloraturen überzeugt und dem vor Liebe girrenden Taubenpaar glitzernde Glanzlichter aufgesetzt. Das prachtvolle und leidenschaftlich inspirierte Duett brachte – entgegen aller Oratorien-Benimmregeln, aber durchaus nachvollziehbar – das Publikum zum leisen Schmunzeln und zu lauter Beifallsbekundung. Als Dritter im Bunde der Solisten fügte sich Tenor André Khamasmie als Uriel perfekt ins Umfeld. Er ließ die Sonne so strahlend aufgehen und stimmte am vierten Schöpfungstag das Lob Gottes mit geradezu „himmlischem Gesang“ an. Zum Schlussquartett gesellte sich noch Altistin Simona Hellwig.

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Fotos: Amberger Chorgemeinschaft (P. Ringeisen)

Konzertinfo: „Die Schöpfung“ am 19. Mai 19

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„Die Schöpfung“ am 19. Mai 2019 um 19 Uhr im Amberger Congress Centrum.

Joseph Haydn feierte mit dem Oratorium „Die Schöpfung“ seinen größten Triumph. Mit prachtvollen Chorgesängen, tonmalerischen Effekten illustriert der Komponist in dem Werk die Erschaffung der Welt. Hymnisch vertont Haydn die Schönheit der Natur und des Menschen. Vom chaotischen Urzustand über die Erschaffung der Elemente, der Pflanzen und der Tiere bis hin zu Adam und Eva zieht sich der breite Bogen des abendfüllenden Werkes. Die Schöpfung ist ein Symbol für Optimismus und Lebensfreude. Bei der Uraufführung traf sie den Nerv der Zeit – und tut es bis heute. Gerade in unserer Zeit, mit den zerstörerischen Eingriffen des Menschen in seine Umwelt, hat das Werk eine Aktualität wie selten zuvor.

Die Amberger Chorgemeinschaft, der Chor der Berufsfachschule für Musik, namhafte Solisten wie Barbara Baier (Sopran), André Khamasmie (Tenor), Daniel Blumenschein (Bass-Bariton) sowie das Sinfonieorchester Bohemia Prag unter der Leitung von Dieter Müller interpretieren dieses großartige Oratorium.

Das Konzert findet am Sonntag, den 19. Mai 2019 um 19 Uhr im Amberger Congress Centrum statt.

Karten sind im Vorverkauf in der Amberger Tourist-Information, Hallplatz 2, im Sekretariat der Berufsfachschule für Musik (Tel. 09661/3088) sowie an der Abendkasse erhältlich.

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Konzertankündigung: „Die Schöpfung“

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Berührendes Silvesterkonzert

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Die Amberger Chorgemeinschaft unter der Leitung von Dieter Müller bot den Zuhörern in der voll besetzten Erlöserkirche einen besinnlichen und klangschönen Jahresausklang 2018, zusammen mit den Instrumentalistinnen Doreen Deyerl (Trompete) und Ute Neger (Orgel).

Die Amberger Zeitung (02.01.2019) schrieb dazu unter anderem: „Unter der Leitung von Dieter Müller gelingt ein vielschichtiger Klang mit klarer Stimmführung. Müller dirigiert genau und gibt deutliche Einsätze […]. Überzeugend […] klingt das […] „Veni, veni Emmanuel“. [Es] wird in der Erlöserkirche harmonisch neu ausgelotet. Der musikalische Leiter nimmt das Stück überraschend schnell, gestaltet große Bögen, die durch reibende Klänge nicht an Spannung verlieren und schließlich in erlösendes Dur aufgehen.

„Singt und klingt!“ und „Lobe den Herren alle Heiden“ von Michael Praetorius überzeugen dagegen durch schlichte Einfachheit. […]

Danach gibt es für alle langanhaltenden und verdienten Applaus.“

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Ankündigung: „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ (21. Okt. 2018)

„Was Gott tut, das ist wohlgetan“

Unter diesem Motto veranstaltet die Amberger Chorgemeinschaft unter der Leitung von Dieter Müller, ein Chor- und Orgelkonzert mit Werken barocker und romantischer Komponisten. Das etwa einstündige Konzert findet am Sonntag, den 21. Oktober 2018, um 17 Uhr in der Kirche „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“ statt. Der Eintritt ist frei.

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Ein ausgewogenes Programm mit Chor- und Orgelwerken wird dem interessierten Zuhörer erwarten. Christian Farnbauer, der musikalische „Hausherr“ wird das Konzert mit „Präludium, Fuge und Ciacona in C-Dur“ für Orgel, von Dietrich Buxtehude eröffnen. Ein abwechslungsreiches Orgelwerk, in dem der Komponist mit einer ungezügelten Freiheit der Form umgeht. In seinen Orgelwerken weist der Lübecker Meister auf den großen Bach voraus, und Johann Sebastian Bach war es dann auch, der 1705 die 300 km nach Lübeck zu Fuß zurücklegte, um sein musikalisches Vorbild zu hören und Unterricht bei ihm zu nehmen. Der Aufenthalt in Lübeck bedeutete für Bach so viel, dass er diesen „Bildungsurlaub“ eigenmächtig erheblich verlängerte und dadurch seine Anstellung in Arnstadt riskierte.

Die Amberger Chorgemeinschaft wird, zusammen mit dem Streicher-Ensemble des Sinfonieorchesters der Berufsfachschule für Musik, zwei Kantaten für gemischten Chor und Instrumente, zur Aufführung bringen. Von Dietrich Buxtehude die Kantate „Alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken“, bei der auch zwei Strophen des Kirchenliedes „Aus meines Herzens Grunde“ verwendet werden und von Johann Pachelbel die sechsstrophige Choralkantate „Was Gott tut, das ist wohlgetan“. Pachelbels Vokal- und Orgelwerk gilt ebenfalls als großes Vorbild für den jungen Bach.

Im Mittelpunkt des geistlichen Konzertes stehen Chorwerke aus dem 19. Jahrhundert. Neben zwei Hymnen „Tribulationes“ und „Dextera Domini“ von Josef Rheinberger, wird das großartige „Pater noster“ aus dem Oratorium „Christus“ von Franz Liszt, sowie das innige und allseits beliebte „Locus iste“ von Anton Bruckner zu hören sein.

Als Orgelwerk des romantischen Klassizismus erklingt von Felix Mendelssohn-Bartholdy, aus dem Zyklus „Sechs Orgelsonaten“ op. 65, die Sonate Nr. 6 in d-Moll. Die Orgelmusik Mendelssohns deutete in seiner Zeit nicht in die Zukunft, sondern blickt zurück auf die großartige Vergangenheit deutscher Meister, insbesondere auf das Werk J. S. Bachs. Die Sonate Nr. 6 in d-Moll (1845) veranschaulicht Mendelssohns meisterliche Beherrschung dieses Genres. Auf den einleitenden Choral „Vater unserer im Himmelreich“ folgen vier Variationen von steigender Brillanz, ehe der Choral erneut erklingt. Die Sonate endet mit einer ausgedehnten Fuge und dem Finale in D-Dur. Mit diesem Werk belebte Mendelssohn die damals schon fast vergessene europäische Orgeltradition wieder.

Dieter Müller

Seelenschmerz, mit Wucht interpretiert

Besprechung des Konzerts am 18.03.2018 in der Amberger Zeitung.

Beeindruckend, wie schnell man sich bei diesem Passionskonzert wie bei einem beglückenden Gottesdienst fühlt. Nicht nur wegen des Spielorts, der Poppenrichter Kirche St. Michael.

Von Marielouise Scharf

Poppenricht. Auch nicht allein wegen der Auswahl der Stücke. Schon eher wegen der engagierten und innigen Darbietung – ohne Zwischenapplaus – ein Konzert wie eine Meditation. Unter dem mit einem violetten Tuch verhüllten Kruzifix bauen sich – ganz in Schwarz gekleidet – die Sängerinnen und Sänger der Amberger Chorgemeinschaft auf. Davor das beeindruckend große Sinfonieorchester der Berufsfachschule für Musik (Konzertmeister: Thomas Kaes). Mit ruhiger, aber zwingender Hand führt der musikalische Leiter Dieter Müller beide zu einem großen Ganzen zusammen.

Klage über Vergänglichkeit

Mit dumpfen Pauken, feinem Orgelspiel und festlichen Bläserklängen beginnt das Konzert mit der „Funeral Music of Queen Mary“ des englischen Komponisten Henry Purcell. Ein Schauer überrieselt geradezu Ohren und Körper. Der Chorklang (Einstudierung: Christian Farnbauer) ist von Anfang an wunderbar dicht, die Blechinstrumente klingen noch etwas kratzig, was eventuell den frostigen Außentemperaturen geschuldet ist. Die Komposition entstand anlässlich des Todes von Königin Mary II. von England 1695. Sie ist eine Klage über die Vergänglichkeit allen menschlichen Lebens und gleichzeitig eine Parole der Hoffnung, dass Gott die Bitten der Menschen erhören möge.

Melodisch expressiv und voll fein ausbalancierter Harmonie dann der Vortrag des „Stabat Mater“ in g-Moll op. 138 für Chor und Streichorchester von Josef Gabriel Rheinberger. Fünf fein ziselierte Sätze, warm und weich mit zartem Geigenstrich und voll dumpfer Trauer. Das ohne Flöten und Trompeten besetzte Orchester verleiht dem Werk seine durchaus charakteristische Klangfärbung. Wirklich gelungen, den Seelenschmerz so mit Wucht hörbar zu machen.

Saubere Intonation

Bis zum Schluss mit dem Gebetsgesang „Verleih uns Frieden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy bleiben Chor und Orchester bestens aufeinander abgestimmt. Saubere Intonation und exakt auf den Punkt gebracht der Gesang. Dazu die Musiker, die mal dezent, mal dominant auf sich aufmerksam machen.

Den ganz großen Auftritt hatte das Orchester schließlich allerdings mit der Unvollendeten von Franz Schubert. Diese Sinfonie Nr. 7 in h-Moll bietet alles, was Musik spannend macht: Helles und Dunkles, Weiches, Geheimnisvolles, Dramatisches, Beschwingtes, Unheil- und Verheißungsvolles. Auf dieser bunten, musikalischen Spielwiese fühlten sich Musiker und Dirigent sichtbar und vor allem hörbar wohl. Dynamik, Frische, Spritzigkeit, Klangfarbenreichtum, die Lebendigkeit und die typisch Schubert’sche Empfindsamkeit. Kurzum, die Vielschichtigkeit der Komposition kam hier voll zur Geltung.

Von A bis Z

Müller gelang mit dem Sinfonieorchester der Berufsfachschule für Musik eine bewegende Interpretation. Der Chef und seine Musiker und Sänger überzeugten von A bis Z, was sich am nicht enden wollenden Schlussapplaus auch ablesen ließ! Ein schöner Konzertabend.